Wenn dereinst auch in Europa in Mehlwürmer gebissen wird

26. September 2018

Im Rahmen der Vortragsreihe „Wie ernähren wir uns in der Zukunft?“ der Stein Egerta referierten Edwin und Wilfried Wohlwend, Inhaber und Geschäftsführer der Wohlwend AG Tiefkühlspezialitäten am 24. September 2018 im Seminarzentrum in Schaan. Der erste Teil des Vortrags war ihrer Firma gewidmet und im zweiten Teil suchten sie nach Antworten über die Zukunft der Ernährungsindustrie.

 

Die Idee ihrer vorgegarten Teiglinge brachte viel Entwicklungsarbeit mit sich. Zunächst für die beiden noch als Hobby und der Nutzung ihrer privaten Hausküche in Schellenberg. 1988 gründeten Sie ihr eigenes Unternehmen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wächst die Firma der beiden gelernten Bäcker Edwin und Wilfried Wohlwend Schritt für Schritt. Inzwischen produziert die Ruggeller Wohlwend AG Tiefkühlspezialitäten mit den zwei Tochterbetrieben Conrad AG und Stäubli AG einen Tagesausstoss von bis zu 350 000 Produkteinheiten.

 

Nachhaltiger Klimaschutz

All dies geschieht laut Wilfried Wohlwend ganz im Sinne der Umwelt. „Wir setzen uns für den nachhaltigen Klimaschutz ein und versuchen, unseren Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle, soweit dies wirtschaftlich tragbar ist, zu vermeiden oder zu reduzieren.“ Qualitativ einwandfreie Rohstoffe, vorwiegend aus der Schweiz, werden zur Herstellung ihrer Produkte eingesetzt, was eine strenge Eingangskontrolle garantiere. Auch ökologische und ethische Faktoren spielen bei der Beschaffung eine wichtige Rolle: „Wir verwenden ausschliesslich Eier aus Bodenhaltung, Mehl aus der Region und CH-Rapsöl statt Palmfett aus subtropischen Ländern.“
 

Koa Ahnig - viele Richtungen

Auf die Frage „Wie ernähren wir uns in der Zukunft?“, antworteten Edwin und Wilfried Wohlwend spontan mit „Koa Ahnig“. Trends, Interessen und Möglichkeiten in so viele Richtungen bewegen, dass es unmöglich sei, die Hauptrichtung vorzugeben. „Unsere Ernährung wird in jedem Fall vielfältiger, das Angebot noch grösser und spezieller, sodass die verschiedensten Wünsche abgedeckt werden können“, erklärt Wilfried Wohlwend vorausschauend und zeigt mit kritischem Blick diverse Trends auf, die laufend den Lebensmittelmarkt beeinflussen: Designfood oder Bioweizen, grüne Gentechnik oder alte Sorten, umstrittene Gentechnik, Flexitarier, Bio, Nachhaltigkeit, diverse Unverträglichkeiten als immer wichtiger werdendes Thema der Lebensmittelproduktion oder dem Trend zu Insekten auf dem Teller. Von Letzterem, der bei uns doch eher einer Mutprobe gleiche als einem Genuss, sind die Brüder überzeugt, dass es noch ein bis zwei Generationen brauche, „bis wir in Europa genauso genussvoll in einen Mehlwurm beissen, wie in ein saftiges Steak“.
 

Essen, was schmeckt

Am Ende des Vortrags gingen die Referenten unter der Moderationsleitung von Daniel Quaderer auf die zahlreichen Fragen der Besucher ein. Bei all den Möglichkeiten und Veränderungen, die die Zukunft bringt, sind sich Edwin und Wilfried Wohlwend einig: „Sofern es unsere wirtschaftliche Situation zulässt, werden wir werden auch in Zukunft das essen, was uns gelüstet und was uns schmeckt.“ (Text von Miriam Dey/Volksblatt)

 

Wilfried und Edwin Wohlwend, Inhaber und Geschäftsführer der Wohlwend AG Tiefkühlspezialisten beim Vortrag in der Stein Egerta.

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