Literatur auf der Flucht

13. Dezember 2016

Mit der Besprechung des Buchs „Ohrfeige“ endete am Montag die dreiteilige Lesereihe „Literatur auf der Flucht“ der Erwachsenenbildung Stein Egerta im Flüchtlings- und Asylzentrum in Vaduz. Der Roman von Abbas Khider ist das Buch des Jahres. Er zielt mitten ins Herz der Flüchtlingsfrage, der Asyldebatte. Ein Buch, das den Sprachlosen, den Stummgemachten, zur Sprache verhilft. Ein überraschend nüchterner und trotzdem nahegehender Roman in der tristen Realität der Flüchtlingsunterkünfte.

 

An drei Abenden setzte sich die Gruppe von zehn Personen intensiv mit Texten auseinander, die von den Fluchtgründen und Erfahrungen der Flüchtlinge erzählten sowie von ihren Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden. Neben der Buchbesprechung stand am dritten Abend im Flüchtlingsheim in Vaduz der Gedankenaustausch mit einem iranischen und zwei irakischen Flüchtlingen im Mittelpunkt. Für die Zugereisten aus einem völlig anderen Kulturkreis sei es wichtig, Halt, Sinngebung und Rückzugsraum zu finden. Auch der Fokus auf ein klares Ziel und das Nicht-in-den-Tag-Hineinleben sei zentral. Dabei spielten die Erlernung der Sprache und die aktive Teilnahme an der sozialen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Das bestätigte auch Christoph Stöckl vom Verein Flüchtlingshilfe Liechtenstein und berichtete vom Alltag im Asylzentrum und den nicht immer einfachen Rahmenbedingungen für die Flüchtlinge.

 

Das Schicksal von diesen Menschen liegt allen am Herzen. Um das Verständnis für die besondere Situation von Flüchtlingen unter der einheimischen Bevölkerung zu fördern, kündigte Franz-Xaver Goop weitere Aktivitäten an, die in Zusammenarbeit mit dem Verein Flüchtlingshilfe Liechtenstein im nächsten Jahr durchgeführt werden. Die Kursreihe „Literatur auf der Flucht“, welche die Erwachsenenbildung Stein Egerta initiiert hat, wurde von Franz-Xaver Goop, Christian Marti und Joe Hürlimann geleitet.

 

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