Druckreife Fotos mit dem Handy

6. September 2017

Nahezu jedes Handy kann heute Fotos aufnehmen. In der Bildqualität brauchen sich  Smartphones hinter Kompaktkameras nicht mehr zu verstecken und dennoch gibt es ein paar Details zu beachten, falls das Foto nicht nur im Familienalbum eingeklebt wird.

 

Sujet und Aufnahme

Ob zufälliger Schnappschuss aus dem Moment heraus oder eine gut überlegte Bildkomposition, die Teilnehmenden haben am Kurs von Claudio Jäger und Daniel Quaderer am 4. September 2017 in Kunstschule Liechtenstein in Nendeln viele Tipps und Kniffs kennengelernt, damit das Handybild einen professionellen Eindruck hinterlässt und das Bild von der Tagespresse und den Online-Medien genutzt werden kann.

 

Lichtquelle und Stativ

Da die Mehrheit des Handykameras wegen ihrer vergleichsweise geringen Lichtstärke besonders von gutem Licht abhängig sind, sollte man für gute Fotos darauf achten, dass man die Hauptlichtquelle im Rücken hat. Ungünstige Lichtverhältnisse und helle Reflektionen sind also zu vermeiden. Weitere Tipps: Nicht zu nah ans Motiv. Abstützen, wo es nur geht: Bildstabilisator hin oder her. Reinige die Linse. Vermeide einen verwirrenden Hintergrund. Nutze den Fokus, denn ein halb durchgedrückter Auslöser fokussiert das Motiv. Personen, die fotografiert werden, sollten mindestens 50 cm Abstand zur Rückwand haben. Und zuletzt: Nutze den Blitz mit Bedacht.

 

Bildbearbeitung

Die Teilnehmenden erhielten auch einen Blick in die Grundlagen der digitalen Bildbearbeitung. Bevor man ein Bild bearbeitet oder eine Grafik erstellt, sollte man sich überlegen, zu welchem Zweck die Datei später genutzt werden soll. Wird sie in eine Website eingebunden, sollte man RGB-Farben wählen, da der Monitor mit diesem Farbmodell arbeitet. Soll das Foto in der Zeitung abgedruckt wird, kann dem Profi die CMYK-Farbskala empfohlen werden. In jedem guten Bildbearbeitungsprogramm kann man zwischen diesen beiden wählen. In der Regel wandeln aber die Presseverantwortlichen das Bild mit den RGB-Farben (im jpg-Format) in CMYK-Farben für den Zeitungsdruck um.

 

Verbreitung

Ein Bild zu verbreiten geht inzwischen fast so schnell wie auf den Auslöser zu drücken. Das macht aus einem Foto eine mediale Waffe. Es zieht seine Bahnen von einem Foltergefängnis in Abu Ghraib ins Weisse Haus, es transportiert  Sieg und Niederlage von Präsidenten in Sekundenschnelle, bevor die erste Nachrichtenagentur ihren Text abgesetzt hat. Es dokumentiert Erfolge, Verfehlungen und Skandale. 24 Stunden täglich, weltweit. Tipp: Seien Sie sich der Chancen und Gefahren bewusst und nutzen sie diese Vorteile adressaten- und mediengerecht.

 

Kein Bild ohne Bildlegende 

Bei der Weiterleitung des Fotos an die Presse lohnt es sich, gute Bildlegenden zu formulieren. Sie eignen sich, um eine zusätzliche Information zu transportieren oder dem Betrachter und Leser das dazugehörige Bild zu erklären. Dabei gilt es folgende Regeln zu beachten.

 

Bildlegende bestehen idealerweise aus ein bis drei Sätzen.
Sie  sollten nicht etwas zum Bild aussagen, was der Betrachter auf den ersten Blick selbst erkennt.
Und sie sollten inhaltlich nicht alles wiederholen, was schon im Titel, Lead oder den Zwischentiteln des dazugehörigen Textes steht. Das langweilt den Leser und bringt ihm keinen Mehrwert.
Bildlegenden dürfen im Präsens abgefasst sein, obwohl der auf dem Foto festgehaltene Moment bereits Vergangenheit ist. Man nennt dies  „stilistischer Präsens“

 

 

Praxisnaher Unterricht mit Claudio Jäger. Foto: Daniel Quaderer

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