Aufbruch im Ausnahmezustand: Jahresbericht 2020

Auch mit Corona konnte die Erwachsenenbildung Stein Egerta (EBA) im 2020 insgesamt 570 Kurse durchführen. Für manche Kursformate war die Durchführung mit besonders hohen Hürden verbunden: die Arbeit mit Lebensmitteln, Körperkontakt in Bewegungskursen oder die Nutzung von Geräten oder Anlagen von Kooperationspartnern. Dort, wo Präsenzkurse dennoch möglich waren, war der Aufwand durch die Unterweisung in Hygienekonzepte und deren Umsetzung enorm hoch. Gleichzeitig vermittelt das mehrjährige Sanierungs- und Bauprojekt eine motivierende Aufbruchstimmung.

 

Generell muss festgehalten werden, dass, wie in fast allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens, das Jahr 2020 auch für die EBA stark mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen hatte. Der vollständige Lockdown im Frühjahr, die zur Bekämpfung der Pandemie notwendigen Schutzmassnahmen, das Anpassen an gelockerte, aber weiterhin strikte Auflagen danach, sowie die einschneidenden Einschränkungen während der zweiten Welle im Herbst hinterliessen tiefe Spuren.

 

Auch wenn wie im Vorjahr umfangmässig ein vergleichbares Kursvolumen von 950 Kursen angeboten werden konnte, lag die Durchführungsquote coronabedingt bei lediglich 60 Prozent. Nach dem zweimonatigen, vollständigen Herunterfahren des Kursbetriebs vom 19. März bis 18. Mai 2020 hatte sich die Situation bis zur Sommerpause zwar ein wenig normalisiert. Dennoch zeigte sich auch nach Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs Mitte Mai eine deutlich spürbare Verunsicherung und Zurückhaltung beim Zielpublikum. Dazu kamen die pandemiebedingten Schutzmassnahmen und Einschränkungen (2.0m/1.5m-Abstandsregel, 5-Personen-Limite etc.) nach dem Lockdown, was sich zusätzlich negativ auf die Gruppengrössen und damit auf die Besucherzahlen auswirkte.

 

Es wurde versucht, für einen Teil der im Lockdown ausgefallenen Kurse Nachholtermine mit den Teilnehmenden und Kursleitenden zu vereinbaren. Dies gestaltete sich als sehr aufwändig und zeitintensiv, nicht zuletzt auch aufgrund der schwierigen Raumsituation, und war nur bedingt erfolgreich. Grenzen zeigten sich auch beim Versuch, bei Kursen und Vorträgen auf digitale Settings auszuweichen. Es ist festzustellen, dass nach wie vor die meisten Menschen Lernen und Weiterbildung auch in Zeiten der Corona-Pandemie stark mit sozialen Kontakten und persönlichen Begegnungen verbinden. Als Alternative zu Kursabsagen ist eine schrittweise Bewegung in Richtung Digitalisierung der Kurse bereits Realität. Rund 30 Kurse wurden online abgehalten. Der Einbruch im Kurswesen sowie der starke Rückgang bei den externen Gruppen im Seminarzentrum liessen 2020 den Gesamtumsatz auf unter CHF 2 Mio. sinken, im Vergleich zum Vorjahr mit 2.4 Mio. eine markante Reduktion für eine Non-Profitorganisation wie die Erwachsenenbildung Stein Egerta.

 

Ein wichtiges Thema ist das laufende Bauprojekt der Gemeinde Schaan. Geschäftsführer Daniel Quaderer freut sich: «Der mehrjährige Umbau und die Neugestaltung des Seminarzentrums und der Parkanlage Stein Egerta sind für die Zukunft der Institution von grosser Bedeutung, da sich dadurch auch vielfältige und zukunftsorientierte Möglichkeiten ergeben können. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, auf dem Improvisationskunst und Pragmatismus gefordert sind.»

 

Die Umbauarbeiten der ersten Etappe konnten bereits abgeschlossen werden. Seit 19. Oktober 2020 haben alle Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz im Verwalterhaus. Die Zügelaktion verlief reibungslos, so dass der laufende Kurs- und Seminarbetrieb vom Umzug der Geschäftsstelle nicht betroffen war. Schon in den Sommermonaten erfolgte plangemäss der Start der zweiten Etappe mit dem Umbau des Tends. Nach der Sommerpause beginnt die dritte Etappe mit dem Umbau des Haupthauses. Der Abschluss des Bauprojekts ist für das letzte Quartal 2022 vorgesehen. Derzeit freuen sich die Mitarbeitenden der Stein Egerta auf das völlig umgestaltete Erdgeschoss des Tends mit einer vollausgestatteten und modernen Küche, die im Vollbetrieb ab September 2021 rund 30 Seminargäste mit regional-saisonaler Kulinarik erfreuen kann.  

 

 

Ein Abstand von 1,50 Meter an der frischen Luft ist bei vielen Menschen bereits zur gelebten Praxis geworden, so auch bei den Exkursionen der Erwachsenenbildung Stein Egerta.

 

 

 

 

 

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